TRAININGSCAMP
Tabarz
17.11.
bis 21.11.2004

…wir warten darauf, denn schon seit dem ersten Tag ist ein erneuter Wintereinbruch gemeldet. Der Anreisetag ist windig und vernieselt, doch jeder hat genug mit dem Aufbau der Wohnwagen und dem Versorgen der Hunde zu tun, da bleibt keine Zeit sich über das Wetter aufzuregen. Wenige kommen gleich am Mittwoch, vielleicht wartet so mancher, ob er denn doch lieber erst am Freitag kommt, wenn der Schneefall erwartet wird und dann gleich mit Schlitten.

noch alles grün Norbert mit seinem Rudel
Am Mittwochabend weihen wir das Zelt ein, gemütlich warm wird es und mit dem gelieferten warmen Essen und genügend Glühwein im Topf ist die Stimmung hervorragend.
Am Donnerstag regnet es heftig, wer seine Hunde am Wagen bewegt, ist hinterher reif für eine Ganzkörperwäsche am Bach. Regenklamotten sind das A und O und wasserdichte Schuhe, denn trocknen können wir nur nach und nach alles wieder. Die Hunde werden nur zum Füttern und Bullern aus den Boxen geholt und beides geht erstaunlich schnell, nur wieder rein ins Trockene!
Obwohl wir sehr spät ins Bett gehen,
ist der Regen immer noch nicht in den versprochenen Schnee übergegangen, es
schleicht sich ein „Ich will nach Hause Gefühl“ ein, mir persönlich ist
die Vorstellung ein Horror, dass am nächsten Morgen die ersten Teams abreisen,
verdenken könnte man es niemanden.
endlich Schnee...
Um 5:00 Uhr Freitagfrüh wache ich durch ein ungewöhnliches Geräusch auf…..unendliche Stille! Das Prasseln der Regentropfen hat sich in lautlosen Schneefall gewandelt. Am Morgen jubeln alle und nicht zuletzt die Hunde sind froh endlich im Schnee sitzen und laufen zu können. Dazu kommen viele Besucher, denn sogar im Radio wurde das Trainingscamp angekündigt. Jeder Musher testet nun auch die große Trainingsstrecke über 11 Kilometer Wald und Landschaft pur. Nach ca. 2,5 km Steigung und Überwindung von 400 Höhenmetern durch den „Ungeheuren Grund“ geht es dann bis auf eine 500 m Steigung überwiegend leicht bergab und eben. Erst etwa 2 km vor dem Ziel ist eine steilere Abfahrtspassage zu meistern, nicht umsonst haben wir hier 3 gelbe Schilder aufgestellt. Aber jeder Musher bringt sein Team gesund ins Camp zurück, sowohl der Tier- als auch der Menschenarzt werden nicht benötigt.

Alberto und Naomi doppelt gemoppelt...
Die kleine Trainingsstrecke von ca.3 km wird überwiegend von den kleineren Teams befahren, sie ist bis zuletzt für die Sommersprossen bei Musher und Hunden zuständig.

Rene mit seinem Team das Dachselrudel
Abends treffen wir uns wieder zum Essen im Zelt, manch einer zieht das Lagerfeuer vor. Sowohl im Zelt, als auch am Lagerfeuer gibt es Glühwein und dementsprechend gute Stimmung. Samstag und Sonntag sind schöne Wintertage mit etwas Schnee und sogar ein bisschen Sonne, das lockt wieder viele Besucher an, die viele Fragen an die Musher mitgebracht haben. Trotz Hinweisen werden aber auch wieder eigene Hunde mitgebracht und während ich noch auf einen hartnäckigen Hundebesitzer einrede, wird dessen Hund von einen einfahrenden Gespann erwischt. Es passiert zum Glück nichts und ich glaube er hat es trotzdem nicht kapiert, mit solchen Leuten muss man leben.

Es war auch der einzige Vorfall dieser Art, die meisten Besucher sind fasziniert von den Hunden, den Mushern und ihrer Art so zu leben.

der kleinste Husky die kleinsten Musher
Fazit;
Ein gut gelungenes Trainingslager, nicht zuletzt durch die prima Zusammenarbeit mit dem zuständigen Revierförster, der uns die neue selber ausgesuchte Streckenführung ohne Einschränkungen genehmigte.
Zu meiner Rechtfertigung möchte ich noch anfügen, dass ich auch in den kommenden Jahren keine Kompromisse eingehe, wenn es um die Impfausweise geht. Nach der Ankündigung des Veterinäramtes eigene Kontrollen durchzuführen, liegt es in unser aller Interesse diese vollständig dabei zu haben, sonst wird uns der Austragungsort dieses Trainingslagers gestrichen.
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn Ihr alle wieder dabei seid, vielleicht mit soviel Schnee in Tabarz, das auch die Schlitten ausgepackt werden können.
Moni